Im Winter 2025 gaben die alten Batterien endgültig ihren Dienst auf. Damit wurde nun Platz für weitere Lithiumbatterien frei. Diese Batterien gibt es auch in der gleichen Dimensionierung wie die Gelbatterien und so konnte ich ohne eine Veränderung der Einbausituation einfach 1 zu 1 austauschen. Die 3 neuen 100AH Batterien werden mit der bestehenden Bank parallelgeschalten. Ein DC DC Ladegerät sorgt dafür, dass bei laufendem Motor und Landstromanschluss Ladestrom zur Verfügung gestellt wird. Das alte Landstromladegerät erhält die Spannung der Starterbatterie und kann mit dem Gleichstromladegerät zur Aufladung der Servicebatterien genutzt werden. Dafür wird das D+ Signal auch bei ausgeschaltetem Motor und angeschlossenem Landstrom auf das Ladegerät gelegt. Ich habe ich dem System noch einen günstigen Batteriemonitor zur besseren Steuerung spendiert.
Nun ist ausreichend Batteriekapazität und SOC Transparenz vorhanden. Dies konnten wir auf einer 10Tägigen Nordseereise sehr gut testen. Wir fuhren die 10 Tage ohne Landstromanschluß, der Generator lief gerade einmal 2 Stunden. Die ganze Zeit liefen der Kühlschrank, die Navigationselektronik, das AIS, die Beleuchtung und die Ladegeräte für Telefon, Computer und Pads.
Die nächste Ausbaustufe der Infrastruktur war ein Refit des Windgenerators. Der alte drehte zwar noch, die Kunststoffteile waren aber stark verwittert und spröde und die Lagerung machte laute Geräusche. Kurzerhand haben wir einen günstigen chinesischen Generator beschafft und mittels eines Adapters auf den Platz des Vorgängers auf dem Geräteträger gesetzt. Da der neue Generator als Wechselstrommaschine einen 3 Phasenausgang hat, musste ich noch ein neues Kabel ins Schiffsinnere verlegen. Auch wenn dieser Generator etwas mehr Lärm produziert als ein teures Gerät aus dem Yachtbedarfshandel – er macht was er soll. Zur Absicherung des Betriebs werden jetzt noch ein paar passende Kugellager für den Fall der Korrosion im Ersatzteillager zurechtgelegt.
Als weitere Stütze der Energieinfrastruktur habe ich nun im September noch 2 100W PV Kollektoren mit einem Drehmechanismus an der Reling achtern befestigt. Das alte Kabel des 2pol Windrades konnte jetzt wieder in Dienst treten – die beiden Panels wurden mit Kabeln durch die Relingsprofile mit dem 2pol Kabel verbunden und parallel verdrahtet. Der MPPT Ladecontroller, der im hinteren Batterieschapp eingebaut ist liefert nun den generierten Ladestrom direkt an die LiFePo Batterie. Am letzten Wochenende konnte im Maximum eine Ladeleistung von immerhin 110W ohne optimierte panelausrichtung erreicht werden.
Die nächste Ausbaustufe des Bordnetzes ist etwas, dass ich die ganze Zeit schon vor mir hergeschoben habe. Da das 220V Bordnetz mit und ohne Landanschluss immer komplexer geworden ist, muss nun endlich ein fachgerechter Geräteschutz installiert werden. Zum besseren Schutz des Bootsrumpfes und der Besatzung wird eine sogenante IT-Netzverschaltung realisiert. Dies ist eine Installationsnetzform, bei der die Systemerde (PE) an keiner Stelle mit dem N-Leiter des Netzes verbunden ist. N und L sind sozusagen freischwebend und ohne Referenz geschaltet. die Berührung der Erde oder des Rumpfes (der mit PE verbunden wird), hat für den Benutzer keine Konsequenz. Probleme entstehen erst, wenn Geräte aus Fehlergründen eine solche Verbindung herstellen. Zur Sicherstellung, dass keine Verbindung entstehen kann wird ein Isolationsmessgerät von Bender eingebaut. Dieser Apparat misst ständig den Systemwiderstand zwischen PE, Rumpf und beiden schwebenden Leitern des Netzwerks. Sobald ein gefährlicher Kurzschluss entstanden ist, schaltet das Gerät das Netz ab oder gibt einen Alarm. Diese Verschaltung verhindert ebenfalls, dass die Erdung des Stegstromes mit dem Rumpf in Verbindung kommen kann. Deshalb habe ich diese Verschaltung für für den Schutz des Bootes gewählt.
Um die Schaltung dann endgültig zu realisieren, ist ein zusätzlicher Schritt notwendig: Die Abtrennung des Landnetzes vom Bordnetz. Dies wird mit einem Trenntrafo erreicht. Die PE Leitung des Landstroms wird nur bis zum Trafo durchgeschleift, ohne metallische Teile des Bootes zu berühren. Die Ströme hinter dem Trafo sind dann galvanisch abgetrennt und haben keine PE Referenz mehr. Der neue Victron Trenntrafo kommt in 2 Wochen und wird dann im Winterlager eingebaut.